Von Angesicht zu Angesicht… mit Ton Koopman

Ton Koopman wurde im niederländischen Zwolle geboren und studierte nach dem Gymnasium Orgel, Cembalo und Musikwissenschaften in Amsterdam. Aufgrund seiner Virtuosität auf der Orgel und dem Cembalo erhielt er zwei Mal den Prix d’Excellence. Bereits vor dem Abschluss seines Studiums legte Ton Koopman das Fundament für eine Laufbahn als Dirigent, insbesondere für das Repertoire aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Im Jahr 1979 gründete er das Amsterdam Baroque Orchestra, dem 1992 schließlich der Amsterdam Baroque Choir hinzugefügt wurde.
Als Organist hat Ton Koopman auf den bedeutendsten historischen Instrumenten in Europa gespielt und als Cembalist und Dirigent des ABO&C war er zu Gast in nahezu allen wichtigen Konzertsälen und auf Musikfestivals der Welt, wie dem Concertgebouw in Amsterdam, dem Théatre des Champs-Elysées in Paris, der Philharmonie in München, der Oper in Frankfurt, dem Lincoln Center und der Carnegie Hall in New York sowie unzähligen anderen Konzertsälen in Wien, London, Berlin, Brüssel, Madrid, Rom, Salzburg, Tokio und Osaka. Ton Koopman ist ein begehrter Gastdirigent und hat mit vielen berühmten Orchestern in Europa, den Vereinigten Staaten von Amerika und Japan zusammengearbeitet.
Die vielfältigen musikalischen Aktivitäten von Ton Koopman als Solist, Begleiter, Continuo-Spieler und Dirigent wurden über die Jahre auf verschiedenen Plattenlabeln festgehalten, darunter Erato, Teldec, Sony, Philips und DGG. Im Jahr 2003 gründete er sein eigenes Plattenlabel (Antoine Marchand), das von Challenge Classics vertrieben wird.
Von 1994 bis 2004 arbeitete Ton Koopman mit dem ABO&C an seinem „Mammutprojekt“: Die Aufführung und Aufnahme aller überlieferten Kantaten von J.S. Bach. Für dieses besondere Bach-Projekt wurde er mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Schallplattenpreis „Echo Klassik“, dem BBC Award 2008 und dem Prix Hector Berlioz. Im Bach-Jahr 2000 erhielt er aufgrund seiner vortrefflichen Beiträge zur Untersuchung und Interpretation des religiösen Werkes von J.S. Bach ein Ehrendoktorat der Universität Utrecht.
Im Jahr 2004 erhielt Ton Koopman als erster den VSCD Klassieke Muziekprijs und im Jahr 2006 wurde ihm die Bach-Medaille der Stadt Leipzig überreicht. Nach der Aufnahme der Bach-Kantaten startete Ton Koopman sein nächstes Großprojekt: Die Aufführung und Aufnahme des gesamten überlieferten Werkes von Dieterich Buxtehude, einem der größten Vorbilder des jungen Johann Sebastian Bach. Die letzten Aufnahmen für dieses umfangreiche CD-Projekt werden abgeschlossen werden. Ton Koopman ist Präsident der internationalen Buxtehude-Gesellschaft. Im September 2012 bekam er den Buxtehude-Preis der Stadt Lübeck. 2006 erhielt er den Bach-Preis der Stadt Leipzig, 2012 den Buxtehude-Preis der Stadt Lübeck und 2014 den Bach-Preis der Royal Academy of Music in London. 2016 erhielt er eine Honorarprofessur an der Musikhochschule Lübeck und wurde Honorary Artistic Advisor des Guangzhou Opera House. 2017 erhielt er die RCO Medal Royal College of Organists (UK) und den Edison Klassiek Oeuvre Prize (Niederlande).
Ton Koopman publiziert regelmäßig. Zusammen mit Christoph Wolff schrieb er drei Bücher über die Kantaten von J.S. Bach. Er betreute eine neue Ausgabe aller 16 Orgelkonzerte von Georg Friedrich Händel für Breitkopf & Härtel sowie kürzlich von Händels Messias und Buxtehudes Das Jüngste Gericht für den Carus Verlag. Darüber hinaus spielt das Unterrichten eine wichtige Rolle in seinem Leben. Er ist emerierter Professor für Musikwissenschaften an der Universität Leiden und Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London. Ton Koopman ist künstlerischer Leiter des französischen Festivals Itinéraire Baroque. Seit 2019 ist er Präsident der Stiftung BachArchiv Leipzig.

Pfingstsonntag, 24. Mai 2026 – 17.00 Uhr
Kirche „Zum heiligen Kreuz“ Lengefeld
Kirchgasse 12

Eine Königin wird 300!

Tini Mathot und Ton Koopman
an der Hildebrandt-Orgel von 1726

Werke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadé Mozart und Franz Seydelmann

Auch in diesem Jahr macht Ton Koopman, Weltstar der Barockmusik, im Sächsischen Mozartfest Station. Gemeinsam mit Tini Mathot, seiner Ehefrau und obendrein lebenslangen Partnerin auf allem, was Tasten hat, kommen beide als Gratulanten und Ehrengäste zugleich:

Zacharias Hildebrandt gehört neben Gottfried Silbermann zu den bedeutendsten mitteldeutschen Orgelbauern des 18. Jahrhunderts. Das Lengefelder Instrument vollendete Hildebrandt im Jahre 1726. Nach tiefgreifenden Veränderungen im Jahre 1933 konnte 2014 die Restaurierung dieses Meisterwerks und klingenden Kulturdenkmals durch Orgelbau Hermann Eule Bautzen und die Orgelwerkstatt Wegscheider Dresden vollendet werden. Jährlich an Pfingsten erinnert ein festliches Konzert an die Wiederweihe.

Eintritt: 15,- €
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten freien Eintritt.
Die Sächsische Mozart-Gesellschaft e.V. realisiert den Vorverkauf im Auftrag des Fördervereins Zacharias-Hildebrandt-Orgel Lengefeld e.V.

Tickets auch telefonisch unter +49 371 6949444, eMail info@mozart-sachsen.de
und in der Geschäftsstelle der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V.,
Hartmannstraße 7c, 09111 Chemnitz
montags bis freitags 9-16 Uhr

Eine gemeinsame Veranstaltung des Fördervereins Zacharias-Hildebrandt-Orgel Lengefeld e.V. und der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V. in der Reihe „Mozart original“ des 35. Sächsischen Mozartfestes „Von Angesicht zu Angesicht“ 2026.

Fotos:
Ton Koopman: ©Foppe Schut
Ton Koopman und Tini Mathot: ©Hans Morren
Hildebrandt-Orgel Lengefeld: ©Micha Winkler